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10/06/2024

Die Geschichte von Ford (UK) ist ein grundlegendes Kapitel in der Entwicklung der britischen und darüber hinaus der europäischen Automobilindustrie. Ford ist nicht nur eine Tochtergesellschaft, sondern ein wichtiger Akteur, der die britische Automobillandschaft seit über einem Jahrhundert prägt.

Die Ursprünge: Ein Sprungbrett in die Zukunft
Die Geschichte von Ford in Großbritannien begann fast zeitgleich mit der des amerikanischen Mutterkonzerns. 1903, im Gründungsjahr der Ford Motor Company, wurden die ersten Ford Modell A nach Großbritannien importiert. Die Begeisterung für diese Fahrzeuge führte 1909 zur Gründung der Ford Motor Company (England) Limited mit Sitz in London.

Der eigentliche Durchbruch kam 1911 mit der Eröffnung des ersten Ford-Werks außerhalb Nordamerikas in Trafford Park, Manchester. Dort begann die Produktion des legendären Ford Modell T, das die britische Mobilität revolutionierte und das Automobil einem breiteren Publikum zugänglich machte.

Die Dagenham-Ära: Das Herz der britischen Industrie
Die 1920er Jahre markierten einen weiteren entscheidenden Wendepunkt. Um die steigende Nachfrage zu decken und Zollschranken zu überwinden, beschloss Ford den Bau eines riesigen neuen Werks. Die Wahl fiel auf Dagenham in Essex, östlich von London. Der Bau begann 1929, und das 1931 eingeweihte Werk entwickelte sich schnell zur größten Automobilfabrik Europas.

Der Standort Dagenham wurde mit eigener Gießerei, Kraftwerk und privatem Pier nahezu autark konzipiert. Legendäre Modelle, die speziell für den britischen und europäischen Markt entwickelt wurden, wie das Ford Modell Y, entstanden hier, gefolgt von Fahrzeugen, die Geschichte geschrieben haben, wie:

Ford Popular

Ford Prefect

Ford Anglia

Ford Cortina

Ford Escort

Ford Fiesta

Neben der Automobilproduktion spielte Dagenham im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle und stellte auf die Produktion von Militärfahrzeugen, Krankenwagen und Motoren für den Krieg um.

Die Expansion und Gründung von Ford Europe
In den Nachkriegsjahren setzte sich das Wachstum exponentiell fort. 1963 eröffnete Ford ein zweites Produktionswerk in Halewood, Merseyside. An diesem Standort entstanden erfolgreiche Modelle wie der Ford Anglia und der Ford Escort. Ab 1969 wurde hier auch der Capri montiert, bevor er nach Deutschland verlagert wurde.

Ein entscheidender Schritt nach vorn erfolgte in den 1960er Jahren mit der Fusion von Ford of Britain, Ford Deutschland und Henry Ford & Son Ltd. (Irland) zur Gründung von Ford Europe. Diese Fusion führte zu einer stärkeren Integration und der Produktion europaweiter Fahrzeuge. Das erste Beispiel hierfür war der legendäre Ford Transit, der 1965 auf den Markt kam und seitdem eine tragende Säule des europäischen Nutzfahrzeugverkehrs darstellt.

Das 21. Jahrhundert: Eine strategische Entwicklung
Im Laufe der Zeit und mit dem Wandel der Branche veränderte sich auch Fords Produktionspräsenz in Großbritannien. Obwohl die Pkw-Produktion in Dagenham 2002 eingestellt wurde, blieb der Standort ein wichtiger Standort für die Dieselmotorenproduktion. Auch das Werk Halewood produziert zwar keine Autos mehr, wurde aber zu einem Zentrum für die Getriebeproduktion und seit kurzem auch für die Produktion von Komponenten für Elektrofahrzeuge umgebaut.

Ford ist auch heute noch stark in Großbritannien vertreten, nicht nur mit der Produktion von Motoren und Komponenten, sondern auch mit dem Dunton Technical Centre in Essex, einem weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungszentrum, das eine führende Rolle beim Übergang zur Elektromobilität spielt.

Kurz gesagt: Die Geschichte von Ford (UK) ist eine Geschichte von Innovation, Massenproduktion und Anpassung. Von Henry Fords Fließbandrevolution bis zum heutigen Engagement für die Elektrifizierung hat das Unternehmen Großbritannien nachhaltig geprägt und seine Wirtschaft und Automobilkultur geprägt.