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10/06/2024

Ford (DE)

Ford (DE)

Die Geschichte von Ford in Deutschland, heute bekannt als Ford-Werke GmbH, ist ein wesentlicher Bestandteil der globalen Expansion der Ford Motor Company und der europäischen Automobillandschaft. Ihre Ursprünge reichen bis in die 1920er Jahre zurück und zeugen von starkem Wachstum, einer umstrittenen Rolle im Zweiten Weltkrieg und einem anschließenden Wiederaufstieg, der sie zu einer tragenden Säule der deutschen und europäischen Automobilindustrie machte.

Die Anfänge und die Geburt der Ford-Werke

1925: Die Ford Motor Company AG, Fords erste deutsche Tochtergesellschaft, wird in Berlin gegründet. Das Werk Berlin-Plötzensee ist zunächst ein reines Montagewerk. Um Einfuhrzölle auf fertige Fahrzeuge zu vermeiden, werden Teile importiert (im sogenannten Completely Knocked Down-Verfahren).

1930: Der Firmensitz wird von Berlin nach Köln verlegt – ein strategischer Schritt, der zum Bau eines neuen, größeren Werks führt.

1931: Henry Ford legt persönlich den Grundstein für das neue Werk Köln-Niehl. Die Produktion begann im Mai mit dem Ford Modell A, doch die Weltwirtschaftskrise und die Bankenkrise erzwangen eine kurze Unterbrechung. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wurde die Produktion schnell wieder aufgenommen.

1939: Das Unternehmen änderte seinen Namen in Ford-Werke AG, einen Namen, den es bis 2002 behielt.

Zweiter Weltkrieg

Dies ist ein kontroverses und komplexes Kapitel in der Geschichte von Ford in Deutschland.

In den 1930er Jahren expandierte Ford in Deutschland und machte das Unternehmen 1938 zum viertgrößten Automobilhersteller des Landes, hinter Opel, Mercedes-Benz und DKW.

Mit Kriegsausbruch wurde die zivile Produktion schrittweise durch die militärische Produktion ersetzt. Die Ford-Werke in Deutschland produzierten Fahrzeuge für die deutsche Armee, insbesondere Lastwagen wie den V3000.

Der Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen in den Ford-Werken ist dokumentiert. Obwohl die Ford Motor Company behauptete, während des Krieges die Kontrolle über ihre deutschen Betriebe verloren zu haben, ist der Einsatz von Sklavenarbeit und Zwangsarbeit eine erwiesene Tatsache. Im Jahr 2000 erklärte sich Ford bereit, einen Beitrag zu einem Entschädigungsfonds für die Opfer zu leisten.

Es ist eine merkwürdige und oft zitierte Tatsache, dass die Ford-Werke in Köln im Gegensatz zu weiten Teilen der Stadt durch die alliierten Bombenangriffe nicht schwer beschädigt wurden.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

1945: Nach Kriegsende wurde die Produktion rasch wieder aufgenommen, zunächst mit Lastwagen.

1948: Auch die Automobilproduktion wurde mit dem Ford Taunus wieder aufgenommen, einem Modell, das zum Symbol des deutschen wirtschaftlichen Aufschwungs werden sollte.

1953: Dank des Erfolgs des legendären Taunus 12 M erzielten die Ford-Werke neue Produktionsrekorde.

Im Laufe der Zeit produzierte Ford Deutschland zahlreiche erfolgreiche Modelle, die die Automobilindustrie prägten, darunter mehrere Generationen des Taunus und legendäre Autos wie den Ford Capri.

Die Geburtsstunde von Ford of Europe

1967: Um die Aktivitäten auf dem Kontinent zu konsolidieren und zu rationalisieren, fusionierte die Ford Motor Company ihre britische (Ford of Britain) und deutsche (Ford-Werke) Division sowie ihre irische Tochtergesellschaft zu Ford of Europe. Diese Fusion markierte eine Ära stärkerer Integration und gemeinsamer Fahrzeugentwicklung für den europäischen Markt.

Das erste gemeinsam entwickelte Fahrzeug dieses neuen europäischen Zentrums war der Ford Transit, ein sofortiger und anhaltender Erfolg, der bis heute zu den meistverkauften Nutzfahrzeugen in Europa zählt.

Ford in Deutschland heute

Heute ist die Ford-Werke GmbH eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Ford Motor Company und spielt weiterhin eine entscheidende Rolle in der Europastrategie des Konzerns.

Der Hauptsitz und das Hauptproduktionswerk des Unternehmens befinden sich nach wie vor in Köln. Ein weiteres wichtiges Werk befindet sich in Saarlouis.

Ford of Europe mit Hauptsitz in Köln koordiniert die Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsaktivitäten in ganz Europa. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Köln-Merkenich ist ein Kompetenzzentrum für Automobiltechnik.

Das Unternehmen befindet sich derzeit in einem Transformationsprozess, bei dem der Schwerpunkt stark auf Elektrifizierung und technologischer Innovation liegt, wie die jüngsten Investitionen und Personalkürzungen zur Reorganisation der europäischen Produktionsstruktur zeigen.