Die Geschichte von MG (Morris Garages) ist eine faszinierende Reise durch die Entwicklung der britischen Automobilindustrie, geprägt von Erfolgen, Krisen und schließlich einer Wiedergeburt unter neuer Eigentümerschaft.
Die Ursprünge: Morris Garages und Cecil Kimber
Alles begann 1922 im englischen Oxford, als der Autohändler Morris Garages, der William Morris (dem Gründer von Morris Motors) gehörte, den jungen Designer und Ingenieur Cecil Kimber einstellte. Mit seiner Vision begann Kimber, Morris-Modelle zu modifizieren und zu individualisieren und schuf sportlichere und attraktivere Versionen.
1924 wurde die Marke MG offiziell registriert – ein stilisiertes Achteck, das zum ikonischen Symbol des Unternehmens wurde. Die ersten Fahrzeuge, bekannt als „Kimber Specials“ oder MG 14/28, waren im Wesentlichen Morris Oxfords mit modifizierten Karosserien für mehr Leistung. Aufgrund der steigenden Nachfrage zog das Unternehmen mehrmals um und ließ sich schließlich 1929 in seinem historischen Werk in Abingdon nieder. 1930 wurde die M.G. Car Company offiziell gegründet. Obwohl sie noch immer im Besitz von William Morris war, entwickelte sie eine eigenständige Identität.
Die goldenen Jahre: Kleine Sportwagen
Die 1930er Jahre markierten den Höhepunkt des Erfolgs von MG, insbesondere mit der Serie kompakter und erschwinglicher Sportwagen, bekannt als „Midget“. Diese Modelle, zusammen mit anderen wie dem Midget, MG A und MG B, machten MG zu einer der beliebtesten Sportwagenmarken der Welt und erfreuten sich in Europa und den USA enormer Beliebtheit. MG-Autos wurden zum Synonym für britischen Stil, Fahrspaß und einen erschwinglichen Preis. Insbesondere der MGB, der von 1962 bis 1980 produziert wurde, wurde zum meistverkauften Auto in der Geschichte der Marke.
Prozesse und Eigentümerwechsel
Ab den 1960er Jahren erlebte die britische Automobilindustrie eine Reihe von Fusionen und Umstrukturierungen. 1952 fusionierte MG mit Morris zur British Motor Corporation (BMC). 1968 wurde das Unternehmen Teil des British Leyland-Konzerns. Dies war eine Zeit großer Instabilität und Krise für die Marke. Die Produktion von MG-Sportwagen wurde eingestellt, und das Unternehmen begann mit der Produktion sportlicher Versionen von Austin-Modellen, wie zum Beispiel dem Metro.
In den 1980er und 1990er Jahren wurde die Rover Group, die MG übernommen hatte, mehrfach verkauft, zunächst an British Aerospace und dann an BMW. In dieser Zeit versuchte die Marke, ihre Identität mit der Einführung neuer Modelle wie dem MG RV8 im Jahr 1992 und dem erfolgreichen MG F im Jahr 1995 (der später zum MG TF wurde) wiederzuentdecken, einem Mittelmotor-Roadster, der sich als Konkurrent des Mazda MX-5 positionierte.
Insolvenz und chinesische Wiedergeburt
Das neue Jahrtausend läutete eine weitere Krise ein. 2005 ging die MG Rover Group nach erfolgloser Suche nach einem Käufer in Konkurs. Die Marke MG wurde mit allen gewerblichen Rechten vom chinesischen Automobilhersteller Nanjing Automobile Group übernommen. Nach dessen Fusion mit der SAIC Motor Corporation (einem der größten Automobilunternehmen Chinas) wurde die Marke unter dem Namen MG Motor neu geboren.
Das heutige MG hat einen völlig neuen Weg eingeschlagen. Unter Beibehaltung des historischen achteckigen Logos wurde die Produktion nach China verlagert, während ein Forschungs- und Designzentrum in Großbritannien unterhalten wurde. Heute konzentriert sich die Marke auf eine Reihe moderner, oft elektrischer oder hybrider und erschwinglicher Fahrzeuge wie den MG ZS und den MG4.
Obwohl die Produktion inzwischen von ihren britischen Wurzeln abweicht, hat sich MG eine neue Nische auf dem Weltmarkt erobert und seinen historischen Namen einer neuen Generation von Autofahrern zugänglich gemacht.