Plymouth war eine amerikanische Automobilmarke, die 1928 von der Chrysler Corporation mit dem Ziel gegründet wurde, erschwingliche Autos für ein breites Publikum anzubieten, die dennoch über technische Innovationen verfügten, die normalerweise teureren Modellen vorbehalten waren. Ihr Debüt feierte die Marke mit dem Modell Q, einem Fahrzeug mit modernen Funktionen wie hydraulischen Vierradbremsen, das sich schnell im hart umkämpften Kleinwagensegment etablierte. Dank seiner niedrigen Preise und der Zuverlässigkeit seiner Produkte etablierte sich Plymouth als Hauptkonkurrent beliebter Marken wie Ford und Chevrolet und wurde zu einem Eckpfeiler des Wachstums von Chrysler.
In den 1930er Jahren gelang es Plymouth trotz der Weltwirtschaftskrise, hohe Verkaufszahlen aufrechtzuerhalten und so maßgeblich zur finanziellen Stabilität des Konzerns beizutragen. In den 1940er Jahren festigte die Marke ihre Position dank beliebter Modelle wie dem Plymouth Deluxe, der zum Symbol für Robustheit und Funktionalität wurde. Nach der durch den Zweiten Weltkrieg bedingten Produktionspause, als die Fabriken auf die Kriegsproduktion umgestellt wurden, kehrte Plymouth mit überarbeiteten Modellen auf den zivilen Markt zurück, die im boomenden Amerika großen Anklang fanden.
In den 1950er Jahren kam es zu einer bedeutenden stilistischen Überarbeitung: Designer Virgil Exner führte moderne Linien und Heckflossen ein, die Plymouth dem Geschmack der Zeit anpassten. Autos wie der Fury wurden zu Ikonen des Stils und der Leistung und erlangten in der Popkultur Berühmtheit. In den 1960er Jahren wuchs die Marke weiter und bot eine Palette von Familienlimousinen bis hin zu Muscle-Cars an. Der 1964 eingeführte Barracuda gehörte zu den ersten amerikanischen Pony Cars und war sogar noch vor dem Ford Mustang erhältlich. Nachfolgende Modelle wie der Road Runner und der GTX verstärkten das sportliche Image der Marke und machten Plymouth zu einem Maßstab für Performance-Enthusiasten.
In den 1970er Jahren brachten die Ölkrise und neue Emissions- und Sicherheitsvorschriften die amerikanischen Hersteller jedoch in eine schwierige Lage. Plymouth versuchte sich anzupassen, indem es kompaktere Modelle wie den Valiant und den Duster einführte, die zwar recht erfolgreich waren, aber kaum das gleiche Prestige wie in den Jahrzehnten zuvor bewahren konnten. Die Situation verschärfte sich in den 1980er und 1990er Jahren: Interne Überschneidungen mit Dodge und Chrysler schwächten die Identität der Marke, die allmählich Marktanteile verlor. Trotz Revitalisierungsversuchen mit Modellen wie dem Voyager (einem der ersten erfolgreichen Minivans) und dem sportlichen Plymouth Prowler in den 1990er Jahren war das Markenimage geschwächt.
Ende der 1990er Jahre beschloss Chrysler, seine Ressourcen auf stärkere und profitablere Marken zu konzentrieren. Im Jahr 2001 wurde das letzte Fahrzeug der Marke Plymouth, ein Neon, produziert und markierte damit das offizielle Ende der Marke nach über 70 Jahren Geschichte. Bis heute ist Plymouth den Fans als Symbol des amerikanischen Nachkriegsautomobils in Erinnerung geblieben, berühmt für seine Muscle Cars und für die grundlegende Rolle, die das Auto für Millionen von Amerikanern spielte.